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Gefahren durch Wasserfahrzeuge


Wasserfahrzeuge


Jeder Wassersportler sollte wenigstens einmal das PDF des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gelesen haben. Downloaden kann man das Dokument hier.

Für mich heißt das in der Kurzfassung:
Bei Begegnungen mit Schiffen und Booten gilt immer besondere Vorsicht. Berufsschiffe und Sportboote über 20m länge haben vorfahrt. Ebenso windgetriebene Wasserfahrzeuge, was einem Paddler schon bewusst sein sollte. Segler und größere Schiffe können nun mal nicht ohne größeren Aufwand stoppen oder mal eben ausweichen. Vor allem, wenn sie sich nur in der Fahrrinne bewegen können. Kleinere Motorsportboote kommen in der Reihenfolge ganz am Ende. Also auch "nach" dem Paddler/Ruderer. Die meisten Bootsführer wissen das. Aber Mietbootsführer von Booten bis 5 PS wissen das oft nicht und so mancher Sportsfreund auf einem motorisierten Kleinfahrzeug hält sich nicht immer an diese Regel oder ist mit dem Boot überfordert.

Gibts das, Regelverstöße und Überforderung? Nun ja, das ist wie im Straßenverkehr. Achten Sie mal darauf, wie viele Autofahrer die Parklücke nicht treffen, Vorfahrtsregeln nicht kennen oder misachten, schon beim Umgang mit dem Blinker überfordert sind. Und die fahren jeden Tag.

Auf dem Wasser sind die meisten Wassersportler sehr viel seltener anzutreffen als auf der Straße. In einem Kajak, Kanu oder Ruderboot ist man das schwächere Glied der Kette. Was selbst eine von 5PS getriebene Schiffsschraube aus Haut, Knochen, PE oder Verbundstoffen machen kann dürfte sich jeder vorstellen können.

Also gilt Regel A: Allem aus dem Weg paddeln was das Boot oder den Inhalt schreddern, zerdrücken, falten oder unter Wasser drücken kann.

Zu Beachten ist auch, dass der tote Winkel eines Schiffes bis zu 300m betragen kann (siehe Abbildung). Innerhalb diesen Bereichs ist ein Kajakfahrer für den Kapitän unsichtbar. Rechtzeitiges ausweichen und deutlches Fahrtrichtungsanzeigen kann Lebensverlängernd wirken.

Tote Winkel bei Schiffen mit unterschiedlichen Rumpflängen und Aufbauten
Abbildung: Toter Winkel in Abhängigkeit von Länge und Aufbauten.

Der tote Winkel ist stets abhängig von den Gegebenheiten an Bord des Schiffes. Die Höhe der Ladung und Aufbauten im Sichtfeld (Fig. a und b) sowie die Länge (Fig. c) sind Maßgeblich. Wie in Fig. d gezeigt entsteht auch an den Außenseiten der Bordwände ein toter Winkel. Hier entscheidet ebenfalls der Standpunkt des Ausgucks. Je dichter an der Reling, desto geringer der seitliche tote Winkel.

Schubschiff/-verband auf der Saar bei Saarlouis
Foto: Schubverband auf der Saar.

Bei dieser Länge ist das Ausmaß des toten Winkels unschwer zu erahnen. Zur verdeutlichung jedoch noch ein Foto, aufgenommen auf der Saar zwischen Saarlouis und Dillingen am 15. Juli 2016:
Toter Winkel
Abbildung: Der Kapitän auf der Brücke kann den Bereich, aus dem ich diese Aufnahme machte, nicht mehr überblicken. Die Aufnahme entstand vor einem ankernden Frachter.


Fähren


Dieses Schild
Fähre
Nicht frei fahrende Fähre
(Grafiken zu den Verkehrszeichen u.a. beim Bundesamt für Seeschifffahrt . )

findet man z.B auf der Schlei bei Missunde. Nicht frei fahrend bedeutet, dass sie an einem Seil geführt wird. Die Durchfahrt ist erst bei angelegter Fähre möglich, da nun das Seil abgesenkt auf Grund liegt. Wie genau man die Information auf dem Wasser erhält, dass der Weg nun „frei“ ist, muss ich noch herausfinden.

Fähre
Foto: Schleifähre bei Missunde. Das unter Wasser liegende Stahlseil ist nicht zu erkennen.


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