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Rettungsmesser - Meine Erfahrungen

Wann? Wozu? Machete, Klappmesser oder feststehende Klinge?

Ob, wann und welches Rettungsmesser man beim Paddeln mit sich führt ist ein strittiges Thema. Auch beim Thema Aufbewahrung scheiden sich so manche Geister. Objektiv betrachtet ist es ein plus an Sicherheit.
Hat man sich für das mitführen eines Messers entschieden steht als nächstes die Frage des geeigneten Aufbewahungsortes an: Offen an der Schwimmweste oder in einer Tasche?
Lösung A: In einer Tasche der Schwimmweste getragen. Meine Gedanken dazu: Hier muss man ggfs. erst den Reißverschluss öffnen, das Messer herausfummeln, aufklappen oder aus der Scheide ziehen. Und das unter Wasser. Mit heftigen Wellen oder Strudeln. In brauner Brühe bei Sichtweite unter 0 m. Mit einer Hand, weil die andere gerade beschäftigt ist. Jetzt geht es um Sekunden. Und das nur, weil man sich nicht aus der Spritzdecke befreien kann, der Hals sich in einer Angelschnur verheddert hat, du auf welligem Wasser in einem verlorengegangenen Netz festhängst oder sich deine Schwimmweste an einem Ast oder einem Stahlträger, der hier eigentlich nichts verloren hat, verheddert hat und dich mitsamt deiner Schwimmweste unter Wasser hält.
Lösung B: Offen auf der Schwimmweste getragen. Hier muss sich das Messer mühelos einhändig bedienen lassen und trotzdem Sicherheit bei „Nichtgebrauch“ bieten. Am besten im Geschäft beraten lassen und ggfs. mit Schwimmweste trocken testen.

Ich habe mich für Lösung A und B entschieden. Für die schnelle Selbstrettung trage ich ein NRS Pilot Knife auf der Schwimmweste. In der vorderen Tasche befindet sich zudem ein Qualitativ hochwertiges Klappmesser mit weiteren Funktionen wie Säge, Zange und Ähnlichem. Damit kann man auch Brötchen schmieren oder die Wurst auf dem Grill wenden. Jedoch liegt das Messer in der unteren Gewichtsklasse, sonst drückt mich das Gewicht des ganzen Metalls noch unter Wasser. ;)

Klappmesser oder feststehende Klinge? Klappmesser sind kompakter und relativ einfach zu verstauen. In manchen Schwimmwesten sind vorbereitungen getroffen zur einfachen Aufnahme. Jedoch ist ein Testen der Aufklappmechanismen im Fachhandel pflicht. Denn ich habe einige Male erlebt, das sich Klappmesser nicht öffnen ließen (Arretierung zu lang) oder nicht richig schlossen oder wackelten. Je billiger, desto eher auch ein Versagen der Mechanik. Nun ja, was der eine Hersteller/Importeur Qualität nennt, nennt ein anderer „Schrott“. Also: Testen, testen, testen.
Eine ansprechende Griffgröße ist stets eines der Kriterien, nach denen ich ein Messer auswähle. Es muss recht ordentlich in meiner Hand liegen (Handschuhgröße 8,5 - 9), damit ich es fest im Griff habe. Obwohl ich hoffe, dass ich niemals in eine Situation kommen, wo der Einsatz eines Messers eine lebensverlängernde Maßnahme darstellt, möchte ich mich nicht im Fall der Fälle auch noch neben Atemnot und kalten Fingern mit einem zu kleinen Griff herumärgern.
Die Länge der Klinge richtet sich nach dem Zweck, für mich persönlich reichen schon 8 bis 10 cm. Wellenförmig geschliffen schneidet man damit Seile und evtl. die Spritzdecke recht gut. Selbst beim Klappmesser wird wohl eher selten eine längere Klinge benötigt.


NRS Pilot Knife


NRS Pilot Knife

Bild 1:     Ich selbst nenne u.a. dieses NRS Pilot Knife mein Eigen.

Es liegt sehr gut in der Hand und lässt sich leicht mit einer Hand greifen und aus der Arretierung lösen. Vorrausgesetzt, man hat es richtigherum an der Schwimmweste befestigt. Die Schneide hat einen Wellenschliff, die Klingenspitze ist abgeflacht, um die Gefahr der versehentlichen Verletzungen zu minimieren. Gegenüber der scharfen Seite ist der Griff geriffelt. So lässt sich die Schneide leicht erfühlen.

NRS Pilot Knife in der Hand

Bild 2:     Herstellungsland eingeprägt. Vertrauenswürdiges QM, besser noch der eigene Test, sehr wichtig.

Am Ende der Klinge ist ein Seilschneider integriert. Ein Flaschenöffner, ein Glasbrecher sowie eine Öse zum befestigen einer Kordel befinden sich im Griff. Nun ja, mit dem Glasbrecher kann ich nicht recht was anzufangen, aber wer weiß, wozu er noch gut ist.


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