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Die Saar



Allgemeines

Die Saar hat von Konz (Mündung) bis Saarbrücken (Saar-km 87,2) eine Wassertiefe von 3m, von da an bis zur deutsch-französischen Grenze bei Saargemünd (lothr.km 64,975) eine Tiefe von 2m. Die mittlere Breite liegt bei 39m, bietet somit auch bei der seltenen Begegnung mit dem Berufsschifffahrtsverkehr genug Platz für Ausweichmanöver. Nur mäßiger Wellengang bei Begegnung mit größeren Schiffen, da sie nur langsam auf der Saar unterwegs sein dürfen (bis Saarbrücken 16km/h, von da an bis zur deutsch-französischen Grenze bei Saargemünd 8 km/h). Sportboote bieten da schon eher mal ein Surfwellchen. Fließgeschwindigkeit kaum vorhanden, was auch das Paddeln gegen den Strom vereinfacht.

Altarm der Saar bei Bous.
Abb.1: Altarm bei Bous. Idyllisch ... jedoch verläuft dort, wo die Stromleitungen zu sehen sind, auch die Autobahn.
Früher, als der Fluß noch nicht so tief ausgebuddelt war, bauten Menschen ihre Dörfer in Flußnähe. Später wurden viele Dörfer zu Städten und man baute eine Autobahn an die Saar. Wer auf ihr paddelt sollte sich also auf Straßenlärm gefasst machen. Ruhiger wird es erst ab Merzig in Richtung der Saarschleife. Bei Saarlouis ist es in der Höhe des Bootshauses des Clubs Undine ebenfalls etwas ruhiger, aber nicht leise. ^^


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Kanusport auf der Saar, in den Altarmen und den Nebenflüssen

Für Wassersportler hat die Saar einiges zu bieten. Durch ihre mäßige Fließgeschwinfigkeit ist sie für Renn- oder Marathonsport, Drachenboote und den Wandersport gleichermaßen geeignet. Auch den ersten Schritten vieler Einsteiger in den Wander- oder Rennsport kommt sie aufgrund ihrer geringen Fließgeschwinfigkeit entgegen. Dem Wandersport ergeben sich weitere Möglichkeiten, da mancher Altarm und einige Nebenflüsse wie die Prims mit kleineren Booten wie dem Prijon CAPRI oder auch noch im Prijon YUKON Expedition befahren werden können.

Zugang zu einem Altarm der Saar bei Saarlouis, unterhalb des Bootshauses des Kanu-Clubs Saarlouis.
Abb.2: Links unter der Brücke liegt der Zugang zu einem Altarm der Saar bei Saarlouis, unterhalb des Bootshauses des Kanu-Clubs Saarlouis. Oberhalb der Brücke in der Höhe der Sträucher leitet ein Abwasserrohr bei ergiebigem Regenguss ungereinigtes Abwasser in die Saar ein. Man sollte, wenn möglich, die andere Flußseite befahren. Hierzu aber mehr weiter unten beim Thema Wasserqualität.

Kilometer 30:Hier befindet sich das Bootshaus und der Steg in Mettlach. Sehenswert ist Mettlach allemal, alleine schon aufgrund seiner mit Villeroy&Boch eng verbundenen Geschichte. Wer sich mit Geschirr aus dem Hause Villeroy&Boch eindecken möchte oder nur ein Erinnerungsstück aus Mettlach sucht wird im V&B-Outlet sicher fündig.

Kilometer 56,4:Hier liegt die Einfahrt zum Sportboothafen des Verbandsvereins Yacht- und Wassersport-Club e.V. Dillingen/Saar. Paddler finden hier aber auch das Bootshaus des Kanu-Club Dillingen\Saar e.V. mit Restaurant. Anlegestelle und Ausstieg am Ende des Hafenbeckens.

Einfahrt Sportboothafen Dillingen.
Abb.3: Einfahrt zum Sportboothafen Dillingen



Kilometer 58,2: Bei Dillingen/Saar mündet die Prims in die Saar. Dieser kleine Nebenfluß kann auf einer Strecke von ein paar hundert Metern bis kurz vor einem kleinen Wehr unterhalb der Eisenbahnbrücke befahren werden. Umgestürzte, teilweise unter Wasser liegende Bäume und Bereiche mit Stromschnellen machen diesen kleinen Fluß interessant. Anfänger sollten aber nicht alleine in den Fluß einfahren.

Umgestürzter Baum in der Prims.
Abb.4: Umgestürzter Baum vor der Gabelung. Dieser kann aber leicht überfahren werden.

Sandbank in der Prims.
Abb.5: Kleine Genießerpause unterhalb der Sandbank. Ein Weiterfahren ist ab hier nicht mehr möglich. Vor der Brücke ist ein kleiner Wasserfall zu erkennen. Das Wasser davor ist jedoch selbst für leichte Paddler mit wenig Tiefgang zu flach.

Kilometer 58,8: Einfahrt zum Industriehafen der Stahlindustrie

Kilometer 64,3: Paddelt man von Saarlouis aus in richtung Ensdorf fällt einem Ortsfremden kaum die kleine Einfahrt an Backbord in den Altarm auf. Hier hat sich die Natur ein Stück weit erholt. Sehr ruhig gleitet man auf dem stillen Wasser dahin. Ein alter Brückenpfeiler ragt mitten aus dem Wasser, in einem schmalen Streifen davor und dahinter ist das Wasser sehr flach. Umgefallene Baumriesen und von ihnen weit ins Wasser ragendes Geäst lassen Naturliebhaber auf ihre Kosten kommen. Hier können Schildkröten und auch Nutrias beobachtet werden.

Abbildung alter Brückenpfeiler im Saaraltarm
Abb.6: Alter Brückenpfeiler in einem Altarm der Saar. Lost Places wie diese sind Vielerorts verschwunden.


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Zur Wasserqualität


„Die Saar ist heute wesentlich sauberer als noch in den 90er Jahren. Damals musste man die Boote nach dem paddeln stets mit Prilwasser reinigen, so dick hatte sich der Dreck festgesetzt.“ So die Zeugenaussage eines erfahrenen Wanderpaddlers.
Und meine derzeitige Erfahrung lässt sich so formulieren: „Das Saarwasser ist noch immer ein Schmutzwasser. Nur nicht mehr ganz so schlimm wie damals. Ich persönlich möchte keinen Fisch aus diesem Fluss verzehren. Und darin baden tue ich stets unfreiwillig ;-)“ Bei starkem Regenfall wird zudem ungeklärtes Abwasser an einigen Stellen direkt in die Saar geleitet (mittelalterliche Zustände in einem modernen(?) Deutschland), da Auffangbecken fehlen. Der Grund des Flusses enthält noch seinerzeit ungeklärt ins Wasser eingeleitete Schadstoffe aus Industrie und Bergbau. Außerdem werden mit den Nebenflüssen zusätzlich Dünger, Gülle und Spritzmittel, die von den Feldern bei Regen ausgewaschen werden, der Saar zugeführt. Sollte jemand auf die Idee kommen und alle hierfür Verantwortlichen (Bauern, Industrielle, Politiker etc.) dazu verpflichten, jeden ersten Sonntag eines Monats eine halbe Stunde lang mit aufgewärmtem, ungeklärtem, per Zufallsverfahren (Zeit,Ort) entnommenem Saarwasser, unabhängig von Wetterlage etc., zu duschen (auch das Haar :-) ), so wäre ich guter Dinge, dass sich an der Wasserqualität ruckzuck etwas ändert. :-))

Von meiner Meinung zurück zur sachlichen Analyse.

Im Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS), genauer gesagt im PDF „Hinweise für Wassersportler“ auf besagter Website findet sich auch folgender Eintrag:
[...] Ein generelles Badeverbot für die Saar existiert nicht. Aufgrund der vorhandenen eingeschränkten Wasserqualität und dem vorhandenen Schiffsverkehr wird aber vom Baden in der Saar abgeraten. [...] (zuletzt Abgerufen am 27. Juli 2017)

Beachten wir die eingeschränkte Wasserqualität, welche zwar Angesprochen, aber nicht genauer dargelegt wird. Kann meines Erachtens in einem PDF auch nicht erfolgen, da sich die Qualität in Fließgewässern wie der Saar stets ändert. Laut city-triathlon-merzig.de liegt die Saar [...]gemäß den Gewässerkriterien der Wasser- und Schifffahrtsbehörde mit der Güte II-III (kritisch belastet) im mittleren Bereich [...].

So. Also eine Suchmaschine, in meinem Falle METAGER, nun doch zur tiefergehenden Recherche genutzt. Und siehe da, auf www.landtag-saar.de (genau hier) findet sich ein Dokument, welches u.a. folgenden Inhalt hat:

[...]Vorbemerkung der Landesregierung:
Die Saar war und ist kein offizielles EU-Badegewässer und wird deshalb auch nicht nach den hygienischen Qualitätskriterien der Saarländischen Badegewässerverordnung vom 06. Dezember 2007 (Amtsblatt S. 2517), die ihrerseits die Europäische Badegewässerrichtlinie 2006/7/EG (Amtsblatt EU 2006 Nr. L 64 S.37) in Landesrecht umsetzt, untersucht. Die zuständigen saarländischen Gesundheitsämter verweisen bei entsprechenden Anfragen seitens der Veranstalter auf die gesundheitlichen Risiken beim Baden oder Schwimmen und raten vom Baden oder Schwimmen in der Saar ab. Untersuchungen von Saarwasser nach den Kriterien für Badegewässer sind aus infektionspräventiven Gründen weder erforderlich noch dienlich.[...]

Im obigen Falle bezog sich die Anfrage auf Coli-Bakterien und Enterokokken im Wasser der Saar. Andere evtl. vorhandene Schadstoffe chemischer Natur oder sonstige Abfallbelastungen wurden nicht angesprochen.

Aus dem Schreiben geht auch hervor, das ohne weitere wasserrechtliche Auflagen auch keine weitere reinigende Abwasserbehandlung vorgenommen wird:
[...]Gezielte Maßnahmen zur Reduzierung der Keimbelastung auf die Erfordernisse eines Badegewässers für Kläranlagen und Regenwasserbehandlungsanlagen sind nicht vorgesehen und würden die Gebührenzahler übermäßig belasten.[...]

Kleine Anmerkung meinerseits: Sonstige übermäßige Belastungen in weniger wichtigen Bereichen als einer sauberen Umwelt stört die Regierung nach meinem Empfinden nicht sonderlich.
Und abgeleitet für mich als Kajakfahrer: Falle nicht in die Saar.

Und wer nun noch etwas Geduld hat ackere sich durch diesen Text der Seite www.saarland.de/103138.htm. Ziemlich am Ende unter der Überschrift „Wassersport und Freizeitvergnügen an Weihern und Fließgewässern“ wird es nochmal interessant, wenn man bis da hin noch die nötige Geduld hat.


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