grohortus - Kajakseiten    

Home

Eine unerledigte Aufgabe


Am Anfang stand die Idee ein Kajak zu kaufen. Ein kostengünstiges Einsteigermodell sollte es werden, Kippstabil mit hoher Anfangs-/Endstabilität und einigermaßen geradeaus laufend. Geschwindigkeit egal, denn das „geht schon irgendwie“.

Prijon Dayliner L

Abb.1: Prijon Dayliner L

Der Dayliner L von Prijon (Abb.1) kam in die engere Wahl, auch das „ranchero“ (Abb.2, unten) von Seabird. Große Luke zum einfachen Ein- und schnellen ^^ Ausstieg. Sicher eine gute Wahl, als Gelegenheitsboot für Urlaub und Spassrunden auf ruhigen Gewässern.

seabird ranchero

Abb.2: Seabird „ranchero“

seabird ranchero

Abb.3: „Strike Angler“ von Islander

Selbst ein Bootstyp wie dieses Islander Sit on Top Kajak „Strike Angler“ (Abb.3, oben) wurde von mir in betracht gezogen. Würde ich kentern wäre ich nicht in dem engen Einstiegsloch gefangen.

Mit solchen Booten sollte es auch einem Anfänger wie mir gelingen, ruhigere Flüsse und Seen zu befahren, so meine damaligen Gedanken. Zur finalen Auswahl der drei in die engere Wahl gekommenen Bootstypen suchte ich in Foren und auf diversen privaten Webseiten nach Bewertungen der Boote. Je mehr und tiefer ich mich nun in die Materie einlas, desto mehr stiegen Zweifel in mir hoch, bei der Bootsauswahl die richtigen Kriterien angesetzt zu haben. Eine Fehlanschaffung, und sei sie noch so günstig, bleibt eine „teure“ Fehlanschaffung.
Als unerfahrener Paddler einen Händler ansteuern, um dort Probe zu sitzen, dürfte ebenfalls eher nicht von Erfolg gekrönt sein. Letztendlich suchte ich Kontakt zu einem Verein. Neben Hilfestellungen erfährt man Tipps und kann dort auch einige Boote aus dem Vereinsequipment probefahren, wie bei mir Anfangs das Prijon Capri I. Darin sitze ich mittlerweile sicher wie in einer Badewanne.
Das hat alles verändert. Die ausgesuchten Modelle sind schon jetzt durchweg vom Tisch da entweder zu breit, zu langsam, zu schwerfällig oder für meine Bedürfnisse unbrauchbar. Wobei der Dayliner L eines Tages als Zweitboot ...
Derzeit versuche ich mich mit einem Schulrennboot für Erwachsene anzufreunden. Das ist etwas breiter als die Zigarren, mit denen man auf den Rennstrecken der Welt Medaillen gewinnt, aber nur "etwas" breiter. Trotz der Zitterpartie und der derzeitigen Angst, von kleinsten Wasserunebenheiten (Wellchen) umgeworfen zu werden spüre ich schon jetzt, dass ich mich wohl mit einer schmaleren Bootsform anfreunden werde, als es beim Dayliner L der Fall ist. Ich tendiere nunmehr eher zu einem Seekajak, da ich Flüsse wie Saar, Mosel, Rhein und auch die Schlei bis hin zur Ostsee befahren möchte. Welches Boot es letztendlich sein wird, ob ein Neumann (Robbe 2, Hunter), Prijon (Seayak, Marlin) oder Lettmann (Tasman, Aurora) kann ich noch nicht sagen. Das hängt davon ab, wie ich mich entwickle und ob ich mich in dem Boot wohlfühle.

Nachtrag zum Rennkajak: Anfangs kippelte ich recht stark, hoffte aber auf Besserung mit steigender Erfahrung. Nun, die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ein Rundspant nicht für einen Späteinsteiger wie mich geschaffen ist. So schloss ich kurzerhand Frieden mit den Rennbooten und widme mich wieder der Gattung Wanderkajak.

Das Material des Kajaks spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Während mir zum Einstieg beim Clubhaus ein Steg zur Verfügung steht muss ich davon ausgehen, dass das nicht an jedem Gewässer der Fall sein wird. Manchmal wird man z.B. direkt vom Strand aus ins Gewässer robben oder mit Speed auf steinigem Untergrund anlanden. Der Umweltaspekt findet ebenfalls Beachtung. Als Kajakfahrer lege ich wie die meisten, die mir bislang in diesem schönen Hobby begegneten, Wert auf Nachaltigkeit und Gewässerschutz. PE hat meines Erachtens von den Kunststoffen die beste Umweltbilanz. Die häufig verwendeten faserverstärkten Kunststoffe werden zumeist mit stark gesundheitsschädlichen Chemikalien zu einem stabilen Verbundstoff vermischt. Sie sind zwar leichter als PE-Boote, aber meist nicht unerheblich teurer und GFK z.B. ist empfindlicher was Grundberührung angeht. Die Reparatur jedoch ist wesentlich einfacher als bei PE-Booten.



Meine Erfahrungen mit verschiedenen Booten


Das „Capri I“ aus dem Hause Prijon habe ich ja bereits in einem anderen Bereich erwähnt. Als erstes Kajak, mit dem ich auf der Saar meine Anfänge erlebte, soll es hier meinen ersten Erfahrungsbericht einleiten.

Das Capri I aus dem Hause Prijon
Vorweg: Prinzipiell ist es ein gutes Kajak. Für den Gelegenheitspaddler im Gewichtsbereich unter 80kg (ich liege derzeit bei etwa 87kg) ist es gut zu handhaben. Jedoch ist meine Gewichtsklasse schon oberes Limit, denn leichtere Paddler in gleichen Booten sind durch weniger Tiefgang mit weniger Kraftaufwand einfach schneller. Wobei zu sagen ist, das ein Capri wohl auch nicht mit einem Touryak oder Seayak in puncto Geschwindigkeit verglichen werden darf. Mit etwas über 20kg Bootsgewicht ist es auch für den eher unsportlichen Paddler noch relativ gut tragbar. Das HTP ist ordentlich stabil und robust und hält wirklich lange. Einstieg und Ausstieg sind bei seiner Cockpitgröße (92 cm laut Katalog) kein Problem. Kaum kippelig, somit ist ein „Umwerfen“ nicht sehr einfach, aber auch nicht unmöglich. So kann man auch Fotos machen, ohne stets fürchten zu müssen, mitsamt seinem Fotoaparat baden zu gehen.
Als Nachteilig empfinde ich jedoch die Breite und damit verbunden eine recht mäßige Geschwindikgkeit. Die Geschwindigkeit liegt im unteren Bereich. Will man mit anderen Paddlern in schmaleren Wander- bzw. Seekajaks mithalten wird es sehr Sportlich. Denn schon 1km/h machen auf einer 4-Stundenfahrt bereits eine Wartezeit von ca. 45 Minuten für die vorrausfahrenden Paddler aus. Ein solch breites Boot bietet mir nicht den Kontakt zum Bootskörper, wie es meinem Wohlfühlempfinden entspricht. Mir schwebt da eher was um die 55 - 60 cm vor.
Fazit: Gutes Kajak für Paddler unter 80 kg, und das nicht nur für Einsteiger. Lange Lebensdauer bei pfleglichem Umgang.



Das Kajak „Dayliner L“ aus dem Hause Prijon

Im Dayliner auf der Saar
Foto aufgenommen auf der Saar kurz nach Weihnachten 2016 bei 4°C Lufttemperatur und strahlendem Sonnenschein

Wie geschaffen für stille Gefilde wie die Saar gleitet der Dayliner L über das Wasser.
Fazit: Wirklich gutes Kajak für Paddler bis 110kg, ordentliches Platzangebot, viel Stauraum. Negativ: Recht hohes Gewicht, aber für das Material und die sehr gute Qualität wohl normal, langsamer als Tourenboote wie Prijon Touryak und Seayak oder Lettmann GRAND TOUR.



Das Kajak „Seayak 520 HV“ aus dem Hause Prijon

Seayak 520 HV
Foto: Mein Seayak, aufgenommen vor dem Saarlouiser Bootshaus.

Für mich ein Kajak der Top-Klasse. Das Kontaktgefühl zum Boot ist für meine Statur (182 cm, 87kg) ideal. Die lange Wasserlinie lässt schnell Geschwindigkeit aufnehmen. Durch Ankanten sind auch engere Kurven möglich. Mit der gleichen Kraft und Schlagzahl wie beim Capri I erreiche ich eine wesentlich höhere "Reisegeschwindigkeit". Auch wenn es nicht wesentlich kippliger ist als Capri oder Dayliner muss das Gefühl für den leichten V-Kiel in den ersten Minuten "erfahren" werden. Geübte Paddler mit einem Sinn für Gleichgewicht sitzen in ihm wie in einer Badewanne. Eskimotieren ist vergleichsweise einfach.
Fazit: Top Ausstattung, wenn auch reinrassige Seekajaker anstelle der Tagesluke einen Kompass bevorzugen. Sehr guter Geradeauslauf, der mit der optionalen Steueranlage noch verbessert werden kann. Ordentliches Platzangebot, viel Stauraum. Negativ: Wie auch bei Dayliner und anderen Booten dieser Qualitätskategorie ein hohes Gewicht, was gerade nach einer anstrengenden Paddeltour sehr störend ist. Ein Bootswagen ist hier hilfreich.



Die „Granate“ aus dem Hause Lettmann

Die Granate aus dem Hause Lettmann
ist ein schönes WW-Boot. In ihr trainieren wir auch das Eskimotieren. Bislang habe ich in ihr nur im Hallenbad gesessen. Der Sitz ist bequem, und durch den verstellbaren Rückengurt lässt sich wohl ein relativ guter Bootskontakt herstellen. Die Bootshülle aus stabilem HD-PE hat eine ordentliche Wandstärke, was gerade im rauem WW ein Plus an Sicherheit bietet.

Home